Interessante Einblicke bei der „Tour de Kirchheim“

Einen Blick hinter die Kulissen von drei Kirchheimer Einrichtungen konnten am Samstagnachmittag die Gäste der Kirchheimer Unabhängigen Wählervereinigung werfen. Gemeinderat Werner Lieberherr erläuterte, warum 99 Prozent der Kichheimer Kinder schwimmen können—dank des Schwimmunterrichts im Bädle. Viele auswärtige Schulen und einige Kirchheimer Vereine nutzen das Lehrschwimmbecken. Rund zehn Stunden ist es für den allgemeinen Badebetrieb geöffnet.  Es gibt also viele gute Gründe, dieses zu erhalten. Bürgermeister Seibold führte die Besuchergruppe durch die Schwimmhalle bis hinab in die „Katakomben“. Hausmeister Günther Flamm stand dort Rede und Antwort zu allen Fragen rund um die Haustechnik. Vor dem Bädle wollten es die Besucher genau wissen: Was kostet das Bädle die Gemeinde im Jahr? „Es sind fast genau 35 000 Euro“, sagte Bürgermeister Uwe Seibold.

Die Unabhängigen und Gäste im Jugendhaus am Neckar (Foto: Bernhard Stein) Die Unabhängigen und Gäste im Jugendhaus am Neckar (Foto: Bernhard Stein)

Auf dem Anhänger hinter dem historischen Traktor von Ewald Belschner oder mit dem Fahrrad ging es zum Jugendhaus am Neckar. Gemeinderätin Inge Schemminger beschrieb die tatkräftige Aufbauarbeit des Turnvereins, als die Turnhalle in den 30er Jahren erbaut wurde und schlug einen Bogen zur derzeitigen Nutzung  als Jugendhaus. Das Konzept der Diakonischen Jugendhilfe (DJHN) gehe auf, denn die Jugendlichen fühlen sich wohl und übernehmen immer mehr Verantwortung. Die Unabhängigen hatten sich für die DJHN engagiert, als es im Jahr 2010 darum ging, einen Partner mit ins Boot zu nehmen, um die Jugendsozialarbeit noch zu ordnen. Mit dem Umbau der ehemaligen Turnhalle entstand ein idealer Platz für die Jugendlichen. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten und eine engere Vernetzung seien für die Unabhängigen mittelfristiges Ziel. Ein Stolperstein bleibt jedoch die Mehrfachnutzung.

Die Unabhängigen und Gäste beim Neubau des Kinderhauses Die Unabhängigen und Gäste beim Neubau des Kinderhauses "Klex" (Foto: Bernhard Stein)

Die letzte Station der Tour war das Kinderhaus Klex in der Strombergstraße, das im Herbst 2011 eröffnet wird. Das große und helle Haus rief bei den Besuchern Erstaunen hervor. Neben Gruppenräumen für Kindergartenkinder gibt es Betreuungsräume für die ganz Kleinen und eine Mensa für die Ganztagesschule. Gemeinderätin Birgit Riecker hielt den Ausbau der Kinderbetreuung für überfällig, kritisierte jedoch, dass der Bundesgesetzgeber die Lorbeeren dafür einstreicht, während ihn die Kommunen weitgehend bezahlen dürfen. Das Kinderhaus kostet mit Grunderwerb rund 3,5 Millionen Euro. Abzüglich aller Förderungen bleiben an Kirchheim gut zwei Millionen Euro für das Bauwerk hängen. Hinzu kommen die steigenden Personalkosten. Bei der Führung durch das Kinderhaus mit Architekt Eberhard Eisenbeiß erläuterten Sylvia Hitzbleck, Leiterin des Fachamts für Bildung und Erziehung und ihre Stellvertreterin, Barbara Schlegel, das pädagogische Konzept. Doch einige Besucher waren von der tollen Aussicht abgelenkt. Sie fingen an zu träumen: „Wenn es nicht mehr genug Kinder für das große Haus gibt, ziehen wir als Alte hier ein“, lachten sie.
Beim gemütlichen Abschluss am Kinderhaus zogen alle eine positive Bilanz: Die „Tour de Kirchheim“ war so gelungen, dass sie im nächsten Jahr eine Neuauflage bekommen soll.