Mit schwäbischer Sparsamkeit zu den Klimazielen

Viele Maßnahmen sparen der Gemeinde Geld und nützen dem Klimaschutz. Auf der vierten Tour de Kirchheim der Unabhängigen gingen die Teilnehmer auf Entdeckungsreise. Was verbirgt sich hinter dem kommunalen Klimaschutz? Angefangen hat es mit einer privaten GbR, der „Sonne aufs Dach“. Schon 2001 war Kirchheim mit der Beteiligungsanlage auf dem Dach der Schulturnhalle Vorreiter. Es war damals die erste und größte Fotovoltaik-Anlage im Landkreis Ludwigsburg mit 40 Kilowatt Leistung, die rasch viele Nachahmer fand. „Es war eine Sternstunde des Gemeinderats, als er sich mit breiter Mehrheit dem Vorstoß der Unabhängigen anschloss und das Dach zur Verfügung stellte“, sagte Birgit Riecker in ihrem Rückblick. Dank der Unterstützung aus dem Rat und der Verwaltung gelang es schnell die Anteilseigner in der Gemeinde zu finden. Das Projekt ist inzwischen schuldenfrei und rentiert sich. „Mit der Anlage können 35 Haushalte versorgt werden und sie spart zehn Tonnen Kohlendioxid ein“, ergänzte Solarteur Roland Gamnitzer. „Im Nachhinein kann man sagen, das war der erfolgreiche Startschuss für die kommunale Energiewende“, befand Jürgen Hellgardt. Der Fachmann für den Einsatz von regenerative Energien verwies auf die Solaranlagen auf den gemeindeeigenen Gebäuden, den Einbau einer Pelletsheizung für das Kultur- und Vereinszentrum Alte Schule und den bislang evangelischen Kindergarten, auf den Umbau der Straßenbeleuchtung, auf die Blockheizkraftwerke im Rathaus, in der Kläranlage und auf das anstehende Blockheizkraftwerk in der Gemeindehalle. „Wenn alle Maßnahmen verwirklicht sind, produziert die Gemeinde Kirchheim in ihren eigenen Anlagen mehr regenerativen Strom als sie selbst verbracht“, sagte er. Dabei spare sie ganz schwäbisch im doppelten Sinn: Sie vermeide teures Öl und viele Tonnen Kohlendioxid und spare dabei bares Geld. Denn alle Maßnahmen seien direkt im Geldbeutel zu spüren.

Nahwärme

Eine sehr große Energieeinsparmaßnahme zeigte Jürgen Hagenlocher von der Süwag direkt vor Ort. Er führte die Teilnehmer durch die Nahwärmezentrale für das Baugebiet Bachrain im Keller der Schule. Dort wird derzeit mit einer Holzpelletanlage und einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt. „Das funktioniert wie eine große Zentralheizung, mindert aber deutlich die Emissionen“, erklärte Hagenlocher. Geplant sei eine Erweiterung für das anstehende Gebiet „Bachrain II“. „Die Nahwärme ist inzwischen akzeptiert und gewünscht, da sie auch kostengünstiger als eine Einzelheizung ist“, freut sich Hagenlocher.

Felderfahrt

Bei der letzten Station der Tour de Kirchheim, auf dem Demeter-Hof der Familie Lieberherr, war ein Einblick in die Natur angesagt. Mit dem Traktor ging es über die Felder und zu Fuß in den Kuhstall. „Selbst im Kleinen sieht man die Auswirkungen der biologischen Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel erzeugt und den Erhalt der Schöpfung zum obersten Ziel hat“, sagte Werner Lieberherr.

Demeterhof Lieberherr Kirchheim

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